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13 Thesen

13 Glo­ca­lis The­sen

  1. Die Mensch­heit braucht den Welt­staat zur Selbst­er­hal­tung, zur Siche­rung des Frie­dens und zur Her­stel­lung viel­fäl­ti­ger und gleich­wer­ti­ger Lebens­ver­hält­nis­se.
  2. GLOCALIS ist eine Visi­on des Welt­staats. Der Welt­staat ist das orga­ni­sier­te „Wir“ der Mensch­heit.
  3. Der Welt­rechts­staat erhält sei­ne Balan­ce und Sta­bi­li­tät durch die Fort­ent­wick­lung der Gewal­ten­tei­lung in ein 5 x 5 Sys­tem.
  4. Die Welt­ver­fas­sung garan­tiert die Selb­stän­dig­keit und gegen­sei­ti­ge Kon­trol­le der ein­zel­nen Ebe­nen und Gewal­ten und die Aus­ge­wo­gen­heit die­ses 5 x 5-Sys­tems.
  5. Die Bür­ger­be­tei­li­gung auf allen Ebe­nen und damit die unmit­tel­ba­re Demo­kra­tie sind durch die glo­bal garan­tier­te Mög­lich­keit eines Bür­ger­ent­scheids gewahrt.
  6. Die Welt­ver­fas­sung sichert Men­schen­rech­te, Gast­rech­te und Bür­ger­rech­te. Wir sind Bür­ger einer COMUNIA und Gast über­all auf der Welt.
  7. Der Mensch ist weder gut noch böse. Er ist ein auf Gemein­schaft ange­leg­tes Wesen. Die gut orga­ni­sier­te Mensch­heit mit vie­len sozia­len Ange­bo­ten ver­bes­sert auch die Vor­aus­set­zun­gen für sein indi­vi­du­el­les Wohl­be­fin­den. Dies min­dert Aggres­sio­nen, die auf Not, Elend, Ungleich­heit und Unter­drü­ckung beru­hen.
  8. Die Erde gehört uns allen. Die Mensch­heit ist eine Soli­dar­ge­mein­schaft, wel­che die Güter die­ser Erde gerecht teilt.
  9. Wir haben eine neue Kul­tur der Mensch­heit als Gemein­schaft der gleich­be­rech­tig­ten Gemein­schaf­ten und der Gemein­schaft gleich­be­rech­tig­ter Bür­ger.
  10. Der Mensch wird künf­tig regel­mä­ßig 3 Spra­chen ler­nen, näm­lich die Welt­spra­che, die Kul­tur­spra­che und den Dia­lekt.
  11. Der Welt­staat sorgt über das Steu­er- und För­der­sys­tem für die Her­stel­lung gleich­wer­ti­ger Lebens­ver­hält­nis­se rund um den Glo­bus.
  12. Die Natur mit ihren Öko­sys­te­men ist unse­re Lebens­grund­la­ge. Wir leben in und mit und von ihr. Wir sind Teil von ihr. Sie steht daher unter dem beson­de­ren Schutz des Welt­staa­tes.
  13. Den Nächs­ten wie sich selbst zu lie­ben, ist eine klu­ge men­schen- und mensch­heits­freund­li­che Hal­tung. Sich als Teil der Mensch­heit zu begrei­fen und sie so zu lie­ben, wie man sich selbst liebt, ist eine gute Vor­aus­set­zung für die Selbst­er­hal­tung der Mensch­heit. GLOCALIS ist Aus­druck die­ser Men­schen­lie­be.

 

Kommentar zu Thesen

Wo_bitte_gehts_zur_wirtschaftsdemokratie

EuropaZeitgeistNov.2012

Lie­ber Herr Wal­de­cker,
vie­len Dank für Ihre Initia­ti­ve!
Beach­tens­wert, aber sehr prä­zi­sie­rungs­be­dürf­tig!
Ich habe Ihre The­sen teil­wei­se (soweit mir nicht selbst­ver­ständ­lich) kom­men­tiert.
Ich wäre gern zur Zusam­men­ar­beit mit Ihnen bereit, jedoch
unter der Vor­aus­set­zung sys­tem­theo­re­ti­scher Prä­zi­si­on.
Pau­scha­les Pos­tu­lie­ren durch blo­ße “Gut­men­schen” (die auch Sie
skep­tisch sehen) hilft uns nicht wei­ter. Wenn Sie sich mit mei­nem
Ent­wurf beschäf­ti­gen, wer­den Sie — zumal als Jurist — ver­ste­hen,
war­um ich dar­auf so insis­tie­re. Doch lei­der gehen die meis­ten
Juris­ten nicht auf die rechts­phi­lo­so­phi­schen Grund­la­gen zurück,
son­dern ver­stri­cken sich in einen unheil­vol­len Prag­ma­tis­mus.

Mein von Ihnen erwähn­tes Demo­kra­tie­buch steht vor einer Neu­auf­la­ge.
Ich habe kei­ne Exem­pla­re mehr. Wohl von der Kurz­fas­sung
“Demo­kra­tie­ma­ni­fest für die schwei­gen­de Mehr­heit”.
Ich schick es Ihnen erst ein­mal elek­tro­nisch zu,
dazu zwei neue­re Auf­sät­ze. Den Euro­pa-Auf­satz baue
ich gera­de zu einem Buch aus. Die­sel­be Refle­xi­ons-
Sys­tem­theo­rie wür­de ana­log für die Welt­ebe­ne gel­ten.
Wir kom­men — unter Vor­aus­set­zung eines gro­ßen Poten­ti­als
an gutem Wil­len, das über­all vor­han­den ist, aber blo­ckiert wird —
nur durch den­ke­ri­sche Prä­zi­si­on wei­ter. An die­ser krankt unse­re
“Dis­kurs­ge­sell­schaft” am tiefs­ten: Man glaubt nicht mehr dar­an,
dass phi­lo­so­phisch fun­dier­tes Den­ken die Welt gestal­ten kann,
wie ein Kant es noch mit Recht vor­aus­setz­te,
der ja das Welt­för­de­ra­ti­ons­den­ken vor­weg genom­men hat.
Unse­re offi­zi­ell belo­big­ten Meis­ter­den­ker ver­sa­gen.

Sie müs­sen selbst beur­tei­len, ob ich aus Ihrem Buch genü­gend
ler­nen kann. Ich fürch­te, die Unge­nau­ig­kei­ten und die man­geln­de
Sys­tem­theo­rie wür­den die­se lehr­rei­chen Ele­men­te zu sehr über­la­gern.

Soviel auf die Schnel­le,
mit herz­li­chen Grü­ßen!
Johan­nes Hein­richs

Prof. f. Phi­lo­so­phie u. Sozi­al­öko­lo­gie a. D. 

Glocalier sein

GLOCALIER sein

Was ist ein GLOCALIER?

Nein, es ist (noch) nicht der Bür­ger eines Staa­tes weder auf die­sem noch auf einem ande­ren Stern!

War­um? Weil es die­sen Staat noch nicht gibt. Und den­noch könn­te es jetzt schon GLOCALIER geben, nein, es gibt sie, weil es jetzt schon Men­schen gibt, die sich in erster/zweiter Linie als Welt­bür­ger und in erster/zweiter Linie als Bür­ger des Ortes sehen, in dem sie leben.

Dies ist die viel­leicht kür­zes­te Beschrei­bung für die­je­ni­gen Men­schen, die von der Art ihres Zuge­hö­rig­keits­ge­fühls her als Glo­ca­lier bezeich­net wer­den kön­nen. Vie­le von Ihnen ken­nen und leben bereits den Slo­gan: Glo­bal den­ken – local han­deln!

Doch  die­ser Slo­gan umfasst noch nicht die gesam­te Dimen­si­on des­sen, was einen GLOCALIER aus­macht, denn es ist nicht nur damit getan, dass glo­bal gedacht wird, es muss auch glo­bal gehan­delt wer­den. Und glei­ches gilt für das Loca­le: Auch hier muss dem loca­len Han­deln ein loca­les Den­ken vor­an­ge­hen. Schließ­lich geht es auch um Ver­ant­wor­tung:

Ich bin Teil der Mensch­heit und tei­le mir mit allen Men­schen die­sen Erd­ball. Des­halb habe ich auch eine Mit­ver­ant­wor­tung dafür.

Ich bin Mit­bür­ger mei­ner loca­len Gemein­de (mei­nes Stadt­teils) und habe daher auch eine Mit­ver­ant­wor­tung für die Gestal­tung die­ses Fleck­chens Erde, das uns der (Welt-) Staat zur treu­en Sor­ge über­las­sen hat, und über das er schüt­zend sei­ne Hand hält.

Dies macht deut­lich, was einen Glo­ca­lier im wei­te­ren Sin­ne aus­ma­chen wür­de.

Im enge­ren Sin­ne möch­te ich die­je­ni­gen als Glo­ca­lier und damit als geis­ti­ge Schwes­tern und Brü­der bezeich­nen, die nicht nur die­se Art von Zuge­hö­rig­keits­ge­fühl tei­len, son­dern auch Hand­lungs­be­darf sehen. Wir sind noch ein wenig davon ent­fernt, in einer Welt zu leben, in der wir gleich­be­rech­tigt Welt­bür­ger sein und unse­re Ver­ant­wor­tung wahr­neh­men kön­nen.

Die­se Welt muss erst noch ent­spre­chend orga­ni­siert wer­den und der Welt­staat wäre aus glo­ca­li­scher Sicht die ange­mes­se­ne Orga­ni­sa­ti­ons­form. GLOCALIER ist, wer sich für die­sen Welt­staat ein­set­zen möch­te. So ergibt sich etwa fol­gen­der Steck­brief:

Ein Glo­ca­lier

  • ist von der Men­schen­lie­be gelei­tet
  • glaubt an die Zukunft der Mensch­heit
  • glaubt, dass es vie­le sozia­le Model­le gibt, in denen (die) Men­schen glück­lich leben kön­nen
  • glaubt, dass loca­le Gemein­schaf­ten mit unter­schied­li­chen sozia­len Model­len fried­lich neben­ein­an­der leben kön­nen, wenn sie in einem funk­tio­nie­ren­den Welt­staat auf­ge­ho­ben sind
  • setzt sich für die­sen Welt­staat ein und wirkt an des­sen Ent­ste­hen mit
  • sieht die Welt­ver­fas­sung als unver­zicht­ba­ren Grund­stein für den Welt­staat, als Ver­trag der Mensch­heit mit sich selbst
  • hält eine Glie­de­rung in min­des­tens fünf staat­li­che Ebe­nen für sinn­voll
  • ist von der befrie­den­den und sta­bi­li­sie­ren­den Wir­kung der Gewal­ten­tei­lung über­zeugt
  • glaubt, dass die Balan­ce der Gewal­ten der Schlüs­sel zum Frie­den ist
  • geht von einer soli­da­ri­schen Mensch­heit aus, die sich den Erd­ball mit sei­nen Gütern fair teilt
  • lehnt Krieg und staat­li­che Unter­drü­ckung ab
  • for­dert Tole­ranz ein und sieht den Staat in der Pflicht, Tole­ranz zu gewähr­leis­ten
  • hält die Tren­nung von Staat, Reli­gi­on und Welt­an­schau­ung für grund­le­gend
  • glaubt an eini­ge weni­ge Men­schen­rech­te, die für alle gut sind und des­halb über­all und gegen­über jeder­mann gel­ten sol­len
  • hält Gast­rech­te, die jedem glo­bal zuste­hen, für eine sinn­vol­le eigen­stän­di­ge Rechts­ka­te­go­rie
  • ist über­zeugt, dass die Frei­zü­gig­keit, d.h. das Recht, über­all auf der Welt Bür­ger wer­den zu kön­nen, grund­le­gen­de Vor­aus­set­zung für den gleich­be­rech­tig­ten Men­schen in einer offe­nen, glo­ba­len  und frei­en Gesell­schaft ist
  • sieht eine nach­hal­ti­ge und lebens­wer­te Exis­tenz des Men­schen auf die­sem Glo­bus nur, wenn wir stär­ker die öko­lo­gi­schen Grund­be­din­gun­gen erken­nen und beach­ten
  • ist von dem Mehr­wert einer funk­tio­nie­ren­den ört­li­chen Gemein­schaft über­zeugt
  • hält loca­les Enga­ge­ment für eine unver­zicht­ba­re Vor­aus­set­zung, um die­sen Mehr­wert her­zu­stel­len
  • for­dert daher mehr Polis, d.h. loca­le Auto­no­mie, um alle Ange­le­gen­hei­ten der ört­li­chen Gemein­schaft so zu regeln, wie es die jewei­li­ge Gemein­schaft möch­te
  • sieht sich dem All­ge­mein­wohl ver­pflich­tet und erkennt, dass dies für die ver­schie­de­nen Ebe­nen (local, regio­nal etc.) eigen­stän­dig zu defi­nie­ren ist

Und nicht zuletzt: Der GLOCALIER möch­te sich und ande­re nicht über­for­dern. Des­halb genügt es, wenn man auch nur einen guten Teil des Pro­fils beja­hen und umset­zen kann. Haupt­sa­che, die Rich­tung stimmt und Du unter­stützt die Bewe­gung in die rich­ti­ge Rich­tung. Schon das wäre ein Fort­schritt. Also nur Mut zum Bekennt­nis:

Gemein­sam sind wir stark!

 

Baustelle

GLOCALIS hat eine lan­ge Geschich­te, wie Du unter die­sem Link nach­voll­zie­hen kannst. Den­noch habe ich es nicht ganz geschafft, die­se Web­site mit einer Punkt­lan­dung per­fekt ins Netz stel­len zu kön­nen.

Wich­tig ist mir nur, dass man auf die­ser Platt­form arbei­ten und kom­mu­ni­zie­ren kann. Man soll auch Freu­de (viel­leicht sogar Spaß) dar­an haben. Für Anre­gun­gen, die dazu bei­tra­gen bin ich auf jeden Fall dank­bar. Am wich­tigs­ten ist aber die Funk­tio­na­li­tät. Es wäre schön, wenn alle, die sich an dem Pro­jekt betei­li­gen wol­len, ange­neh­me Arbeits­be­din­gun­gen vor­fin­den und erken­nen kön­nen, wo das Pro­jekt steht. Auch hier­zu sind mir Ver­bes­se­rungs­vor­schlä­ge will­kom­men.

Als ers­tes Input habe ich bis­her eini­ge The­men, die ich mei­nem Buch ent­nom­men habe, kurz cha­rak­te­ri­siert und aus mei­ner Sicht wesent­li­che The­sen dazu for­mu­liert. Die Dis­kus­si­on zu die­sen The­sen soll zei­gen, wo die Rei­se hin­geht. Auch hier bin ich für Anre­gun­gen, neue und ande­re The­sen dank­bar.