These 1.2

1.2 Nächs­ten­liebe ist gut. Den Nächs­ten so zu lie­ben, wie sich selbst, heißt sich selbst so anzu­neh­men, wie man ist, und den ande­ren, so wie er ist. Was für den einen gut ist, muss für den ande­ren nicht gut sein. Und was für die­sen böse ist muss es nicht für mich sein. Das Gute und das Böse ist relativ.

5 Kommentare

  1. Marlou sagt:

    Hoppla, was ist das denn? Warum werden hier Nächstenliebe und Kulturrelativismus zusammengespannt? Diese Doppelthese widerspricht sich selbst! Erst „…ist gut“ und dann ist alles relativ. Dann ist auch nix gut!
    Der Nächstenliebe stimme ich zu, dem zweiten Teil aber nicht. Es gibt ein paar Sachen, die sind absolut gut (etwa die Nächstenliebe :-)) und einige sind absolut böse. Unsere Gesetze verbieten z.B. Zwangsheiraten oder Gewalt gegen Kinder, auch wenn diese kulturell motiviert (also in jener Kultur „gut“) sind. Und das ist gut so!

  2. Ich würde auch gerne die Nächstenliebe – so wie ich sie verstehe – verabsolutieren. Aber mit welchem Recht darf ich behaupten, dass dies für alle so sein muss? Abgesehen davon, dass man selbst unter der Nächstenliebe unterschiedliche Dinge verstehen kann, wird es Menschen geben, die ein solches moralisches Gebot nicht unbedingt akzeptieren würden. Auch was andere Prinzipien, z.B. den Kern der Menschenrechte (Schutz des Lebens etc.) anbelangt, wird man sicherlich eine überwältigende Mehrheit haben, die das „gut“ finden, aber streng genommen ist selbst das relativ. Dazu habe ich auch einiges im Kap. 11 Gut und Böse ausgeführt. Entscheidend ist, dass wir als Menschheit uns über die Werte vereinbaren müssen, die für alle gelten sollen.

  3. Stefan Neumann sagt:

    Hallo Herr Waldecker!
    „Nächs­ten­liebe ist gut.“
    Das ist schön und wichtig weil:
    „Den Nächs­ten so zu lie­ben, wie sich selbst, heißt sich selbst so anzu­neh­men, wie man ist, und den ande­ren, so wie er ist.“
    Das ist eine wichtige These und für mich die Kernaussage!
    „…den anderen, so wie er ist.“ Verstehen!
    „Was für den einen gut ist, muss für den ande­ren nicht gut sein. Und was für die­sen böse ist muss es nicht für mich sein.“
    Es ist an uns, Regeln und Werte zu definieren, die eine Richtung vorgeben, die noch zu diskutiren sein wird.
    „Das Gute und das Böse ist relativ.“ OK, das würde ich dann eher weglassen! Erscheint es mir doch als Abschluss, fast eine Umwandlung der vorherigen Gedanken in Tautologien und somit wenig geeignet für eine These…!?

  4. Es würde mir gefallen, wenn auf moralische Begriffe wie ‚gut‘ und ‚böse‘ verzichtet würde. Außer noch im Sinne von: etwas tut mir/der Gemeinschaft gut bzw. schadet. Sicherlich lassen sich Wertungen besser ethisch und vernünftig begründen.

  5. Lieber Hans Jochen,
    Die „gut“ und „böse“-Diskussion hat ihre Tradition und steht für das Bedürfnis, ethisch zu differenzieren. Ob diese Diskussion mit anderen Begriffen besser zu führen wäre, weiß ich nicht. Wichtig ist auf jeden Fall auch die Unterscheidung, was „gut“ für die Gemeinschaft und was „gut“ für den Einzelnen ist. Insofern wäre der Einstieg in die Diskussion der Menschenrechte und die Staatsdiskussion (was ist ein guter Staat?) schon hilfreich.
    Was meinst Du dazu?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.