Bewahren und Ändern

Aus Kap. 9.

 

9. Bewahren und Ändern

Viele Menschen scheuen Änderung. Es fällt schwer, Gewohntes aufzugeben, sich umstellen, neu einstellen zu müssen. Einige haben sich auf die Lebensbedingungen eingestellt, vor allem diejenigen, denen es – im Weltmaßstab gesehen – auch objektiv gut geht. Dies gilt z.B. für viele Arbeitnehmer in Europa und Amerika, die zwar dort einkommensmäßig zum unteren Drittel gehören, aber damit immer noch zufrieden sind, weil sie sehen, dass es auch Arbeitslose gibt, weil sie über die Medien wissen, dass es in der Welt noch ärmere Menschen gibt.

In ärmeren Gegenden der Welt wiederum sorgen Tradition und Religion (Karma, Kismet) dafür, dass man sich in ein Schicksal fügt, das objektiv von materiell eingestellten Menschen als arm oder gar elend empfunden würde. Viele von diesen Menschen nehmen (noch) die materiellen Unterschiede im weltweiten Vergleich nicht wahr, weil ihnen der mediale Zugang fehlt.

Ich gehe jedoch davon aus, dass insgesamt sehr viele Menschen wissen oder empfinden, dass es ihnen wesentlich schlechter geht als anderen, obwohl es dafür keine akzeptablen Gründe gibt. Sie halten sich für normal begabt, arbeitswillig und arbeitsfähig. Sie erachten es als ungerecht, dass sich keine Arbeitgeber finden, die Ihnen angemessene Löhne zahlen oder überhaupt Arbeit geben. Sie akzeptieren auch nicht den denkbaren Vorwurf, sie seien selber daran schuld, weil sie ja auch selbst Unternehmer sein könnten. Sie sehen sich vielmehr als Opfer von Bedingungen, die sie nicht beeinflussen können, und das sehen sie auch – teilweise – richtig. Richtig insoweit, als sie die Bedingungen nicht geschaffen haben, die sie als ungerecht empfinden. Weniger richtig insoweit, als sie prinzipiell die Möglichkeit haben, an der Änderung der Umstände mitzuwirken.

….

Nach der Bestandsaufnahme ist klar: Es muss sich etwas ändern, im Großen wie im Kleinen. Ich habe – aus den dargelegten Motiven – ein persönliches Interesse an Änderung und möchte deshalb auch etwas klarer machen, was sich ändern würde, wenn es ein neues (verändertes) Staatssystem, wenn es GLOCALIS gäbe.

Folgendes gäbe es nicht mehr:

  • Kriege und Militär,
  • Bomben und militärische Waffen,
  • politische Verfolgung,
  • staatlich initiierte oder gedeckte Folter,
  • Diktatur und Unterdrückung – jedenfalls nicht ab der regionalen Ebene,
  • nationale Hegemonie,
  • strukturelle Armut,
  • Slums, jedenfalls nicht auf Dauer,
  • menschenbedingte Zerstörung wesentlicher ökologischer Lebensgrundlagen (Urwald etc.),
  • Zerstörung der Vielfalt biologischen Lebens,
  • Vernichtung von Lebewesen aus Gründen menschlichen Vergnügens,
  • Ausbeutung von Bodenschätzen für die Interessen weniger,
  • Verschwendung von wichtigen Ressourcen aus Gründen menschlichen Vergnügens,
  • Landnutzung im Interesse weniger,
  • Ausnutzung menschlicher Arbeitskraft im großen Stil zu Bedingungen, die für den Menschen gesundheitlich und wirtschaftlich unannehmbar sind,
  • private Großbanken,
  • Versicherungen in dem derzeitigen Umfang,
  • Konzerne mit einem Haushalt, der größer ist als der einer CITA,
  • Milliardäre oder horrende Unterschiede im Einkommen.

 Dagegen gäbe es weiter:

  • Staatsgewalt, polizeiliche Gewalt,
  • Bewaffnung der Polizei zur Ausübung von Staatsgewalt, Jagdwaffen etc.,
  • politische Auseinandersetzung, Aggressionen aus politischen und weltanschaulichen (religiösen) Gründen,
  • private Gewalt, soweit sie auf comunaler Ebene nicht verhindert wird,
  • herrschsüchtige Persönlichkeiten auf comunaler Ebene, die zu Unterdrückungsmechanismen neigen, aber ihr Bedürfnis privat wie politisch nur so weit leben können, wie Bürger der COMUNIA damit einverstanden sind,
  • Dominanzstreben auf jeder staatlichen Ebene, allerdings im Rahmen der parlamentarischen Auseinandersetzung und unter rechtlicher Kontrolle,
  • vorübergehende Armut aus Gründen von Natur- und anderen Katastrophen und staatlichen Managementfehlern,
  • unansehnliche Stadtteile und Ortschaften, in denen wenig engagierte und begabte Menschen wohnen (solange die entsprechende Unterstützung des staatlichen Überbaus nicht gegriffen hat),
  • ökologischen Vandalismus mit Zerstörung kleinräumiger ökologischer Biotope, soweit dies durch staatliche Aufsicht nicht verhindert werden kann,
  • Inanspruchnahme von Flächen, die in localen Einzelfällen eine Minderung der Vielfalt biologischen Lebens zur Folge haben kann,
  • Vernichtung von Lebewesen aus Gründen menschlichen Vergnügens (allerdings weniger als zuvor),
  • Nutzung von Bodenschätzen im Einverständnis mit der jeweiligen COMUNIA, die den Nutzern sozial verträglichen Gewinn erbringen kann.

 

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