Archiv für Februar 28, 2013

6. Weltstaat

Im Zen­trum des glo­ca­li­schen Den­kens steht das neue und umfas­sen­de Staats­ver­ständ­nis. Es setzt den Staat nicht in Bezie­hung zu einer natio­na­len Gemein­schaft son­dern setzt an der größt­mög­li­chen Gemein­schaft, näm­lich der Mensch­heit an und ord­net die vor­han­de­nen poli­ti­schen Ebe­nen die­sem Gesamt­staat zu. Es han­delt sich also um einen Welt­staat. Die­ser lässt sich mit fol­gen­den The­sen cha­rak­te­ri­sie­ren:

    • Der Staat ist als Welt­staat die Abbil­dung der Ver­ant­wor­tung, wel­che die Mensch­heit für sich selbst hat. Er ver­setzt sie in die Lage, die­se wahr­neh­men zu kön­nen.
    • Die Mensch­heit braucht den Welt­staat zur Selbst­er­hal­tung, zur Siche­rung des Frie­dens und zur Her­stel­lung gleich­wer­ti­ger und Bewah­rung viel­fäl­ti­ger Lebens­ver­hält­nis­se.
    • GLOCALIS bedeu­tet die Gemein­schaft aller Men­schen, die sich im Welt­staat. Orga­ni­siert. Es geht um das orga­ni­sier­te „Wir“ der Mensch­heit.
    • Der Welt­staat ist ein Welt­rechts­staat mit einer Welt­ver­fas­sung, mit der alles Recht ver­ein­bar sein muss. Sie ist der Gesell­schafts­ver­trag der Mensch­heit mit sich selbst.
    • Der Welt­staat ist ein geglie­der­ter Gesamt­staat, der aus 5 staat­li­chen Ebe­nen besteht. Er inte­griert die glo­ba­le, con­ti­nen­ta­le, natio­na­le, regio­na­le und die comu­na­le Ebe­ne.
    • Der Welt­staat schützt und för­dert jede COMUNIA und jeden Men­schen.

 

Motive

Heißt GLOCALIS das „Unmög­li­che“ wagen?

Jeden­falls bedeu­tet es tief­grei­fen­de staat­li­che und gesell­schaft­li­che Ände­run­gen. Aber war­um das, war­um an das Kno­chen­ge­rüst her­an­ge­hen, wenn es doch mög­li­cher­wei­se eine klei­ne Ope­ra­ti­on am Fleisch, viel­leicht sogar ein Pflas­ter auch schon täte? Genügt es denn nicht, wenn man sich und den sei­nen, Fami­lie, Freun­den, Bekann­ten, Kol­le­gen gele­gent­lich Gutes tut und ande­ren nicht Schlech­tes? Und wenn denn jeder so täte, wäre die Welt dann nicht auch in Ord­nung? Wenigs­tens eini­ger­ma­ßen? Wenigs­tens könn­te man sich sagen:

An dir liegt es jeden­falls nicht! Und wenn es dann mit der Mensch­heit
und dem Pla­ne­ten berg­ab geht, dann sind die ande­ren schuld … aber was nutzt das unse­ren Kin­dern?
Nun mag das eine wie das ande­re Illu­si­on sein, wenn man den fata­lis­ti­schen Rea­lis­mus teilt, der da heißt: Wir kön­nen es eh nicht ändern, jeden­falls nicht im Gro­ßen. Und auf die vie­len ande­ren klei­nen Wel­ten haben wir auch kei­nen Ein­fluss …
Wenn man aber – und sei es nur zum eige­nen Wohl­be­fin­den – nicht die Hoff­nung auf­gibt, dass die Mensch­heit es doch noch irgend­wie schaf­fen kann, sich als intel­li­gen­ter Teil des Gesamt­öko­sys­tems Erde zu begrei­fen und sich fried­lich in die bio­lo­gi­schen Rah­men­be­din­gun­gen ein­zu­fü­gen, dann stellt sich die Fra­ge: Was ist denn der Weg? Kann es wirk­lich genü­gen, sich hin­zu­stel­len und zu sagen: Tu Gutes und rede viel­leicht auch noch dar­über und dann wird das Gan­ze wie ein Domi­no­sys­tem funk­tio­nie­ren und dei­ne Ur…Urenkel wer­den es dann wirk­lich bes­ser haben?
Altes Eltern­mo­tiv, die Sor­ge für die Kin­der! Wenn sie nicht wäre, könn­te die schnel­le Blut­sauger­men­ta­li­tät die rich­ti­ge Lebens­phi­lo­so­phie sein: Schnell die Ader fin­den, sich lust-voll-sau­gen und nicht danach fra­gen, wer denn da das Blut spen­det und wie lan­ge. Viel­leicht spielt dann nicht ein­mal die eige­ne Lebens­dau­er die gro­ße Rol­le, son­dern nur, dass man wenigs­tens eine gute genuss­vol­le Zeit hat­te: Bes­ser 40 Jah­re aus dem Vol­len gelebt, mit Herz­in­farkt gestor­ben, als 80 Jah­re sich sor­gen­voll und ethisch kor­rekt gequält und dann noch Kin­der hin­ter­las­sen, die es nicht dan­ken, und spä­te­re Genera­tio­nen erst recht nicht. Wem denn auch?
Viel­leicht gibt es da aber auch noch ande­re Instan­zen, Wesen? Die sehen, hören, beur­tei­len, was man da tut oder auch unter­lässt, das Gewis­sen, Gott, Göt­ter, die See­len der Toten? Maß­stä­be, die ich mir nicht ein­mal wäh­len kann, wenn es sie gibt? Aber wenn ich nicht an das Jen­sei­ti­ge glau­be, so mag es ande­re Men­schen geben, die einem wich­tig sind und vor deren Urteil man bestehen möch­te; viel­leicht will man auch nur kei­nen Ärger, d.h. das Blut­saugen darf nicht so rich­tig auf­fal­len, dann käme man viel­leicht doch ganz gut durch die­ses Leben?
Intel­li­gen­ten Ego­is­mus könn­te man es nen­nen, char­mant umschrie­ben, und ich glau­be, es gibt (lei­der) eini­ge, die so leben, man­che davon sind sich des­sen viel­leicht nicht ein­mal bewusst, ande­re ver­drän­gen es erfolg­reich. Nun der intel­li­gen­te Ego­is­mus die­ser Art taugt nicht als sozia­les Leit­prin­zip und daher leh­ne ich ihn ab. Wenn schon Ego­is­mus, dann bit­te sozia­len Ego­is­mus, d.h. erst mit­hel­fen, den Kuchen zu backen. Dann darf man sich auch ein gutes Stück sichern, ohne aus dem Auge zu ver­lie­ren, dass für alle ande­ren auch noch ein Stück übrig bleibt. Die abso­lu­te Gleich­heit ist ohne­hin nicht mög­lich, aber auch nicht ange­mes­sen, denn nicht jeder will ein Stück Kuchen, das gleich groß ist, aber man will über­haupt eines, und auch – und erst recht – gefragt wer­den.
Fakt aber ist, dass nicht jeder ein Stück Kuchen erhält und schon gar nicht ein ange­mes­se­nes, und gefragt wer­den auch die Wenigs­ten. Noch ärger­li­cher ist es, dass auch vie­le ein über­mä­ßi­ges Stück abbe­kom­men, obwohl sie viel weni­ger oder gar nichts zur Pro­duk­ti­on bei­getra­gen haben, manch­mal gera­de­zu Kon­tra­pro­duk­ti­ves leis­ten. Die aller­meis­ten wer­den dies als unge­recht emp­fin­den. Sie wer­den sagen: Eigent­lich müss­te man es ändern! Aber im nächs­ten Satz heißt es schon: So sind „die“ Men­schen (wel­che?) halt, und man kann sie nicht ändern, und Unge­rech­tig­keit hat es schon immer gege­ben …

Die Ohn­macht der einen steht der Raf­fi­nes­se der ande­ren gegen­über und das poli­ti­sche Sys­tem, in glo­ba­len Maß­stä­ben gemes­sen, ist offen­bar nicht in der Lage, einen Aus­gleich zu schaf­fen, fai­re Bedin­gun­gen ein­zu­füh­ren und zu gewähr­leis­ten. Und wenn es nur dar­um gin­ge, die Kluft zwi­schen arm und reich, die Unter­schie­de in den Kuchen­stü­cken etwas gerin­ger zu hal­ten, schon das soll­te als Moti­va­ti­on genü­gen, dar­über nach­zu­den­ken, wie man dies schlicht über eine geeig­ne­te staat­li­che Orga­ni­sa­ti­on schaf­fen kann, durch ent­spre­chen­de Geset­ze, die auch beach­tet und durch­ge­setzt wer­den. Mehr aber noch soll­te eine Moti­va­ti­on bestehen, dar­über nach­zu­den­ken, wie poli­ti­sche Gewalt und Unter­drü­ckung ver­mie­den wer­den kön­nen, wie Krie­ge, Fol­ter und poli­ti­sche Ver­fol­gung zu einem Kapi­tel der Ver­gan­gen­heit wer­den kön­nen.

Neben den Hun­gern­den und den Hun­ger­to­ten, den ver­arm­ten Men­schen in den Slums gibt es für mich kaum moti­vie­ren­de­re Bil­der als die­je­ni­gen aus Kriegs­be­richt­erstat­tun­gen; Todes­kom­man­dos, denen unschul­di­ge Frau­en und Kin­der auf grau­sams­te Wei­se zum Opfer fie­len. Frei­heits­kämp­fer, die für edle Zie­le Ver­fol­gung, Fol­ter und Tod erlei­den muss­ten. Men­schen, die in Angst vor der Will­kür und der Gewalt der Mäch­ti­gen leben muss­ten und müs­sen. Wir kön­nen es in die­sen Tagen wie­der täg­lich auf den Bild­schir­men sehen, wie sich Men­schen in den ver­schie­dens­ten Län­dern die­sen Gefah­ren aus­set­zen müs­sen.
Soll­te es wirk­lich nicht mög­lich sein, den Frie­den, die Weg­nah­me die­ser Ängs­te und Sor­gen welt­weit zu orga­ni­sie­ren? Kann dies nicht durch ver­än­der­te Struk­tu­ren erreicht wer­den? Ist die staat­li­che Ord­nung in Deutsch­land z.B. nicht ein Zei­chen dafür, dass man den „inne­ren“ Frie­den auch staat­lich, etwa durch intel­li­gen­te Auf­tei­lung der Poli­zei und der mili­tä­ri­schen Gewalt nach­hal­tig orga­ni­sie­ren kann, so dass man wenigs­tens hier­zu­lan­de tat­säch­lich ohne grö­ße­re Ängs­te vor „inne­rer“ Bedro­hung leben kann?

Viel­leicht ist fol­gen­de Über­le­gung hilf­reich: Man betrach­te das gan­ze glo­ba­le Gesche­hen als „inne­re“ Ange­le­gen­heit der Mensch­heit, die doch in der Lage sein soll­te, die­sen inne­ren Frie­den genau so zu orga­ni­sie­ren, wie das ein­zel­nen Natio­nal­staa­ten auf ihrem Gebiet gelun­gen ist. Es ist eben nur eine ande­re Dimen­si­on, aber eine objek­tiv ver­nünf­ti­ge­re, denn die natio­na­le Dimen­si­on hängt davon ab, wel­che Macht, wel­chen Umfang und wel­che Inter­es­sen der Staat zum Teil auf­grund his­to­ri­scher Zufäl­lig­kei­ten hat. Die Mensch­heit bleibt aber die Mensch­heit und sie hat ins­ge­samt ein ele­men­ta­res Inter­es­se am Frie­den, dies kann – wie die His­to­rie zeigt – bei ein­zel­nen hege­mo­nie­be­streb­ten Natio­nen anders sein.

Wohl jeder wür­de sagen: Das ist eine bes­se­re Welt, in der wir und unse­re Nach­fah­ren nicht mehr die soeben beschrie­be­nen Ängs­te haben müs­sen. Ja, ich möch­te, wie vie­le ande­re Men­schen auch, eine in die­sem Sin­ne bes­se­re Welt; ich möch­te eine Welt, die in der Lage ist, schnell und rich­tig zu erfas­sen, was wir mit die­sem Glo­bus ver­an­stal­ten, und die so orga­ni­siert ist, dass sie schnell und ziel­ge­recht die aus den Erkennt­nis­sen abzu­lei­ten­den Ent­schei­dun­gen trifft – zum Woh­le der gesam­ten Mensch­heit. Ich möch­te auch eine Welt, in der nie­mand mehr Hun­ger lei­det, die den Boden samt sei­ner Schät­ze und Früch­te gerech­ter, gleich­mä­ßi­ger ver­teilt und dar­aus nicht einen gna­den­lo­sen Kampf um Vor­rech­te und Pro­fit ent­ste­hen lässt. Die Vor­stel­lung von einer sol­chen Welt, von der nicht nur ich, son­dern auch die aller­meis­ten Men­schen pro­fi­tie­ren wür­den, das ist für mich eine star­ke Moti­va­ti­on, nach Wegen zu suchen.
Der Glau­be dar­an und die Hoff­nung, dass es die­sen Weg gibt, das sind die Trieb­fe­dern, das Hirn in Bewe­gung zu set­zen und das „Unmög­li­che“ zu wagen: Einen Welt­staat zu den­ken und zu ent­wer­fen, der in der Lage sein könn­te, zumin­dest die wesent­li­chen die­ser Wunsch­vor­stel­lun­gen zu erfül­len. Ich glau­be, dass GLOCALIS die Vor­stel­lung von die­sem Staat, zumin­dest aber eine der denk­ba­ren Lösun­gen ist.

Neben die­ser star­ken Moti­va­ti­on, dar­an mit­zu­wir­ken, die Mensch­heit vor die­sen haus­ge­mach­ten und ver­meid­ba­ren Ängs­ten zu befrei­en, also neben der „Befrei­ungs­mo­ti­va­ti­on“ (frei von …) gibt es aber auch die Moti­va­ti­on der posi­ti­ven Frei­heit (frei zu …). Denn die befrie­de­te, plu­ra­le Welt, die enor­me poli­ti­sche und wirt­schaft­li­che Poten­tia­le frei­set­zen kann, weil sie weni­ger für Sicher­heit auf­wen­den muss (Mili­tär ent­fällt!), die­se Welt eröff­net die Mög­lich­keit viel­fäl­ti­ger sozia­ler Lebens­for­men. Sie kann ein mehr an Kul­tur, an Reich­tum des sozia­len Lebens ent­fal­ten, „Mehr­wer­te“ schaf­fen, die nicht zer­stört oder unter­drückt wer­den.
In die­ser Viel­falt kann die klas­si­sche Fami­lie eben­so Platz haben wie der unge­bun­de­ne Indi­vi­dua­list, der Stadt­neu­ro­ti­ker und der Natur­bursch, sexu­ell und nicht sexu­ell ori­en­tier­te Lebens­ge­mein­schaf­ten in unter­schied­li­chen geschlecht­li­chen Kon­stel­la­tio­nen. Gemein­schaf­ten von „Alt­gläu­bi­gen“, „Neugläu­bi­gen“, „Anders­gläu­bi­gen“ „Irgend­wie-Gläu­bi­gen“ und „Gar-nicht-Gläu­bi­gen“. Es sind COMUNIA denk­bar, die reli­gi­ös homo­gen sind (eines Glau­bens) und sol­che, die es nicht sind, sol­che, die so gut wie kein Gemein­schafts­le­ben haben (Fern­seh-, Com­pu­ter- und Buch­in­di­vi­dua­lis­ten) und sol­che, die alles und jedes mit­ein­an­der tei­len. Und in die­sem ver­grö­ßer­ten Spek­trum von Mög­lich­kei­ten fällt es auch leich­ter, sich zu ver­wirk­li­chen, denn man kann sich nur so (selbst) ver­wirk­li­chen, wie es die jewei­li­ge Gemein­schaft zulässt, d.h. mit der Anzahl und der Unter­schied­lich­keit der Ange­bo­te steigt auch die Wahr­schein­lich­keit des erfolg­rei­chen Fin­dungs­pro­zes­ses. Die Welt wird offe­ner, zugäng­li­cher, frei­er und die Mensch­heit hat eine (län­ger wäh­ren­de) Zukunft.

Alles schö­ne, moti­vie­ren­de Aus­sich­ten, wobei es mir fast genü­gen wür­de, wenn auch nur das „Befrei­ungs­ziel“ erreicht wer­den könn­te, als Moti­va­ti­on reicht es alle­mal.

Nicht zuletzt: Das eine tun und das ande­re nicht las­sen! Sich auf die Schaf­fung eines neu­en Staats­ver­ständ­nis­ses zu kon­zen­trie­ren, das – mit den genann­ten Moti­va­tio­nen – in der Lage sein soll, die­se Vor­stel­lun­gen zu ver­wirk­li­chen, muss nicht hei­ßen, dass sons­ti­ge indi­vi­du­el­le Aktio­nen, von Spen­den ange­fan­gen bis zum per­sön­li­chen Enga­ge­ment in ent­spre­chen­den Initia­ti­ven und Pro­jek­ten wie z.B. „Green­peace“ und „AI“, über­flüs­sig wären; nein, sie sind gute Bei­spie­le auf dem rich­ti­gen Wege. Aber ich bin der Über­zeu­gung, dass der Weg der Ein­zel­in­itia­ti­ven allein nicht aus­reicht, weil er die Struk­tu­ren nicht auf­löst, die Kriegs­ri­si­ken, Unter­drü­ckungs­me­cha­nis­men, Umwelt­aus­beu­tung und Umwelt­zer­stö­rung etc. bedin­gen. Den Weg der vie­len „guten Ein­zel­ta­ten“ und nur die­sen zu gehen heißt, die Ener­gie dar­in zu ver­brau­chen, ein löch­ri­ges Fass stän­dig mit ein­zel­nen Fli­cken zu ver­se­hen, statt – gleich­zei­tig – an der Schaf­fung eines neu­en Fas­ses zu arbei­ten, das – weil dop­pel­wan­dig – einen bes­se­ren, nach­hal­ti­ge­ren und effek­ti­ve­ren Schutz der kost­ba­ren Flüs­sig­keit ver­spricht.
Und die­se kost­ba­re Flüs­sig­keit ist nichts ande­res als unser indi­vi­du­el­les und sozia­les Leben und das all jener Men­schen, die uns – hof­fent­lich – noch fol­gen wer­den. Wenn uns dar­an gele­gen ist, dann nen­ne ich das Men­schen­lie­be. Ich beken­ne mich dazu, das ist mei­ne Moti­va­ti­on.
Dafür lohnt es sich, ein wenig nach­zu­den­ken.

Meindorf

GLOCALIS setzt an der Basis an. Die­se Basis ist die ört­li­che Gemein­de oder der Stadt­teil, der das Recht haben soll, wie jetzt etwa der Staat Mona­co, sich weit­ge­hend auto­nom selbst zu regeln. Mein­dorf ist mei­ne Visi­on eines sol­chen comu­na­len Staa­tes, der aller­dings – im Unter­schied zu Mona­co – ein­ge­glie­dert ist in das 5-stu­fi­ge Gesamt­staatsys­tems. Fol­gen­de The­sen sind für mei­ne Vor­stel­lung von Mein­dorf lei­tend:

  1. Mein­dorf ist die COMUNIA, so wie ich sie mir vor­stel­le, mei­ne Form der sozia­len Selbst­ver­wirk­li­chung. Es ist die ört­li­che Gemein­schaft der Basis­staat, der sich weit­ge­hend auto­nom selbst gestal­ten kann.
  2. Mein­dorf ist eine länd­li­che COMUNIA, die für ihre Bür­ger ver­ant­wort­lich ist, sie schützt und ver­sorgt. Sie wird dabei vom Welt­staat unter­stützt.
  3. Mein­dorf steht allen Men­schen offen und bie­tet ihnen – wie jede ört­li­che Gemein­schaft — die Mög­lich­keit der sozia­len Selbst­ver­wirk­li­chung im Rah­men der welt­staat­li­chen Ord­nung.

2. Mensch

Die Welt ver­bes­sern heißt letzt­lich, den Zustand für die Men­schen zu ver­bes­sern. Was aber ist für den Men­schen eine Ver­bes­se­rung? Was ist der Mensch? Was will der Mensch? Wo ist die gemein­sa­me Platt­form, von der wir aus­ge­hen kön­nen und gibt es eine zu der wir hin­wol­len? Gibt es eine mora­li­sche Qua­li­tät, mit der die Men­schen „von Natur aus“ aus­ge­stat­tet sind? Fra­gen zum Men­schen, zum Men­schen­bild.  Hier­zu eini­ge glo­ca­li­sche The­sen:

  1. Der Mensch ist von Natur aus weder gut noch böse. Sei­ne Ver­an­la­gun­gen und sein Ver­hal­ten kön­nen aber als gut oder böse emp­fun­den und bewer­tet wer­den.
  2. Die Men­schen defi­nie­ren, was sie als gut und böse emp­fin­den. Sie for­mu­lie­ren Gebo­te und Ver­bo­te und ver­su­chen die­se durch­zu­set­zen.
  3. Der Mensch ist ein auf Gemein­schaft ange­leg­tes Wesen. Die gut orga­ni­sier­te Mensch­heit mit vie­len sozia­len Alter­na­tiv­an­ge­bo­ten ver­bes­sert auch die Vor­aus­set­zun­gen für das indi­vi­du­el­le Wohl­be­fin­den.
  4. Die bes­se­re Orga­ni­sa­ti­on der Mensch­heit wird Aggres­sio­nen und damit die Schaf­fung von neu­em Leid und Elend ver­mei­den hel­fen.